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2008

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Meinrad Froschin mit seiner Lebenspartnerin
Uschi Eschbach, ein sehr kreatives Team!
Portrait "Meinrad Froschin" von Peter Lütke-Wissing

Meinrad Froschin ist ein Künstler, dessen Bildinhalte surreal, real oder irreal (im Sinne optischer Täuschungen) sein können. Seine Kunst versteht es, den Betrachter durch die fotorealistische Machart, Reduktion auf das Nötigste und überspitzte Präsenz ohne schmückendes Beiwerk immer wieder zu verblüffen, zu faszienieren und somit in Ihren Bann zu ziehen. Z.B reduziert Froschin "Haut" auf einige wenige Striche und Radierspuren auf Farbflächen, die von der Nähe aus betrachtet genau als solche erkennbar sind, ab einer gewissen Distanz aber zur realistischen Haut "umkippen", ähnlich den 3D-Bildern.

Sein Spiel mit Raum/real und "Nicht-Raum"/irreal, sein feinsinniges Gespür für Farbe und seine schon instinktive Gabe zur Reduktion (was kann weggelassen werden ohne die fotorealistische Wirkung zu beeinträchtigen) machen ihn so einzigartig in der Kunstszene, dass die allgemeine Auffassung von Kunst schwerlich eine Zuordnung zulässt.

Getrieben, besessen von Bildern in seinem Kopf muss er phasenweise ohne Unterbrechung an seinen Werken/Zyklen arbeiten, ohne Rücksicht auf seine Person und Gesundheit. Die Verarbeitung tiefster Empfindungen und Anliegen des Künstlers, die in sich widersprüchlich und undurchschaubar sind, machen seine Kunst so hintergründig, obwohl sie scheinbar auf den ersten Blick bloße Darstellung der Realität ist.

Auch wenn seine Bilder scheinbar keinen Interpretationsspielraum lassen, weil sie fotorealistischer Machart sind, liegt gerade darin die schier unendliche Freiheit seiner Kunst.

Er steht derzeit an der Schwelle, einen Schritt zu tun, der genau diese Grenze überschreiten wird, hin in Richtung fotorealistischer Abstraktion (also hinter der Fassade des Fotorealismus Abstrakta wie z.B. Gefühle auszudrücken, ein Widerspruch in sich, und genau aus diesem Grund wert, als Kunst bezeichnet zu werden. Dies erfordert vom Betrachter jedoch einiges mehr an Einfühlungsvermögen und den Willen, das "Dahinter" auch zu erkennen bzw. für sich selbst zu finden.

 

Die Momentaufnahmen, die der Künstler darstellt, machen dem Betrachter die Dinge deutlich sichtbar, die für ihn in der alltäglichen Welt scheinbar banal sind bzw. banal geworden sind.
Erst die Auseinandersetzung mit solchen Bildinhalten in der Kunst regt wieder zum Nachdenken und bewussterem Betrachten unserer realen Welt an. Auf einmal sieht der Betrachter auch in seiner Realität, im Alltag wieder Feinheiten, wie z.B. die Strukturen von Blättern.

Froschin’s Bilder scheinen sagen zu wollen: "Halt, bleib’ doch mal stehen und schau genau hin. Es ist da, du hast es schon oft gesehen aber noch nie richtig wahrgenommen. Und es ist es wert, wahrgenommen zu werden. Es macht dein Leben reicher an Eindrücken.

Nicht umsonst malt Froschin mit Vorliebe Menschen, denn der Mensch sieht sich selbst am liebsten, wird am stärksten von menschlichen Abbildungen angesprochen und berührt um den Betrachter für diese Banalitäten zu interessieren, ihn aus seinem Tempo und seiner Oberflächlichkeit zu holen, wählt Froschin zum Teil Mittel der Verfremdung (z:B. durch Farbe), der Provokation (z.B. durch Nacktheit) oder eröffnet dem Betrachter durch Vergrößerung für das menschliche Auge kaum sichtbare Details.

Wer sich auf diese Kunst einlässt, wird immer wieder neue Aspekte sehen, obwohl das Bild so unerbittlich real zu sein scheint, wie der Nagel, an dem es befestigt ist.

Man muss sich Froschin’s Kunst erarbeiten, über die erste Verblüffungsphase hinweg steigen und das Bild auf sich wirken lassen.

Weil seine Bildinhalte meist in Zyklen entstehen, sind ganze Serien als Sammelobjekte so reizvoll. Ein Zyklus kann in seiner Gesamtheit viel dominanter auf den Betrachter einwirken, allerdings trägt ein einzelnes Bild aus einer Serie schon die gesamte Information, ähnlich der DNA in jeder Zelle eines Körpers.

Seine Technik ist in der Kunstszene neu. Künstler, die sich seiner Technik bedienen, verschweigen dies oft und nutzen sie lediglich als Mittel zum Zweck.